Newsletter Hallenbad Falkensee 003 | 06.04.2018 | Wenn die Kosten aus dem Ruder laufen

NEWSLETTER HALLENBAD FALKENSEE 003

Wenn die Kosten aus dem Ruder laufen…
geld 
6.4.2018 

... und keiner auf die Bremse tritt.

Am Anfang war mal die Idee das Waldbad mit einer flexiblen Hülle auch im Winter benutzbar zu machen.
Inzwischen ist dort ein kleines – privat finanziertes – öffentliches Hallenbad entstanden. Das Gewinne macht!

Dann folgte die Idee eines städtischen Hallenbades. Die Stadt – wir Bürger – bauen uns von unserem Geld ein Bad für einen Baupreis X und jährlichen Kosten von Y. Und weil X und Y soviel Geld kosten, verzichten wir auf die Sanierung unserer Kitas, neue Schulen, Stadtgrün, Radwege, Ampeln, Busse und vieles mehr. 
Wir sind ja nicht so naiv zu glauben, das man beides haben könnte.
Und so ein Hallenbad mit Sauna kostet in den nächsten 30 Jahren alles in allem rund 50 Mio €.

Bei so viel Geld wäre es gut, wenn die Falkenseer es auch nutzen würden. Das Gutachten zum Hallenbad geht jedenfalls davon aus, das 30% der Falkenseer dort fünf Mal im Jahr schwimmen gehen.

Die Baukosten sind seit 2016 schrittweise von 11,7 Mio € über 13,6 Mio € auf heute 15,3 Mio € gestiegen, und das sind nur grobe Schätzungen. Die Baukosten steigen jährlich um 5% und bei Vollauslastung der Handwerker und Firmen bekommt niemand momentan ein günstiges Angebot. Und die Grundstücksberäumung und andere Posten sind noch gar nicht enthalten. Wir dürften wohl dankbar sein, wenn sich die Kosten zu den Ursprungsberechnungen nicht verdoppeln.

Die Betriebskosten wurden im Jahr 2016 durch den Bürgermeister auf 1 Mio € im Jahr als Maximalwert in den Ring geworfen. 
Die geplanten Einnahmen haben sich in der optimistischen Variante mit extrem vielen Besuchern seit 2016 von 1,2 Mio €  auf 0,9 Mio € reduziert, da die Eintrittspreise kalkulatorisch gesenkt wurden.
In der pessimistischen Variante, die die Besucherzahlen der Stadtrandbäder in Berlin trotzdem noch übersteigt, werden nur 0,4 Mio € eingenommen.

Die Ausgaben für Personal, Energie, Wartung, etc. inklusive Abschreibung und Zinsen die im Jahr 2016 noch bei 2,1 Mio € lagen, sind in der aktuellen Berechnung auf 1,6 Mio € geschrumpft, ohne das ein anderes Bad geplant wurde. Hier wurde einfach eine halbe Million Euro weggerechnet, ohne das ersichtlich währe, wieso die Betriebskosten plötzlich so viel günstiger sind. Ein Schelm der Böses dabei denkt. Aber leider gehen die Betriebskosten stets nach oben, oder glaubt jemand, das die Löhne oder Energiekosten in nächster Zeit stark sinken werden?

Der jährliche Verlust wird also eher bei 1,5 Mio € liegen. Schlimmstenfalls noch deutlich höher.
Dafür könnte man jedes Jahr eine Menge Jugendaktivitäten, Seniorenhilfe und Freizeitangebote organisieren.
Oder Radwege, Bürgersteige, Kitas und Schulen bauen. Und was man sonst noch so braucht.

Aber keine Planung ohne Alternative:
Ein halb so großes Hallenbad mit acht statt sechs 25 m Bahnen, ohne jeden Schnick-Schnack. Zum halben Baupreis. Zu halbierten Betriebskosten.
Mit minimalem Personal, in Passivhausbauweise und in zentraler Lage am Rosentunnel, mit dem Fahrrad ganzjährig erreichbar. Mit idyllischem Außenbereich und nicht am Stadtrand an einer Straßenkreuzung im Industriegebiet. 

 
Die SVV der Stadt Falkensee hat sich zwar mehrheitlich für den Standort am Bahnhof Seegefeld ausgesprochen, aber eben unter der Prämisse ein großes teures Hallenbad zu errichten und dafür viel Platz zu brauchen.

Und wer ein Spaßbad will, der fährt ab 2020 zu Karls und kann sich den ganzen Tag dort im Wasser vergnügen.

Umwelt AG der Lokalen Agenda 21 Falkensee // Gibt nicht (oder noch nicht) die Meinung der gesamten Lokalen Agenda 21 Falkensee (7 Unter-AGs und Vorstand) wieder.